Malen nach Zahlen Zickzack-Technik: Schritt für Schritt
Große Flächen werden gleichmäßig, wenn Sie die Farbe mit kurzen, eng gesetzten Zickzack-Strichen auftragen und die Kanten noch nass miteinander verbinden. Diese Technik kann helfen, dass der Pinsel weniger Ansätze und Streifen hinterlässt, auch wenn alle Nummern richtig zugeordnet sind.
Der Beitrag richtet sich an Erwachsene, die ein Set gerade begonnen haben oder verschenken möchten und mit Himmel, Wasser oder anderen weiten Feldern hadern. Sie erfahren, wie viel Farbe auf den Pinsel gehört, welche Pinselgröße sich eignet, wie lange eine Lage trocknen sollte und wie Sie sichtbare Streifen nachträglich ausbessern.
Kurz gesagt
- Die Zickzack-Technik besteht aus kurzen Hin-und-her-Strichen innerhalb eines nummerierten Feldes, die sich am Rand leicht überlappen.
- Wenig Farbe auf dem Pinsel und dünne Lagen sind wichtiger als viel Druck.
- Bei großen Flächen wie Himmel oder Wasser wechseln Sie die Strichrichtung nur an festen Stellen und lassen jede Lage vollständig trocknen.
- Streifen lassen sich meist durch dünnere Farbe und eine zweite, sehr dünne Lage korrigieren, bevor Sie etwas neu anfangen.
Was die Zickzack-Technik beim Malen nach Zahlen ist
Die Zickzack-Technik besteht aus kurzen Hin-und-her-Strichen innerhalb eines nummerierten Feldes, bei denen sich die Pinselspur leicht überlappt und die Farbe gleichmäßig verteilt. Sie führen den Pinsel also nicht in einer langen Bahn über die Fläche, sondern in einer engen Folge von Winkeln, etwa so, wie man eine Schlangenlinie zeichnet. Jeder Strich ist nur ein bis zwei Zentimeter lang und liegt halb auf dem vorigen.
Gerade, lange Striche hinterlassen dagegen oft Kanten. Am Ende jeder Bahn sammelt sich etwas mehr Farbe, und beim Antrocknen zeichnen sich diese Ränder als helle und dunkle Streifen ab. Beim Zickzack gleichen sich solche Unterschiede aus, weil sich die Ansätze ständig verschieben und keine durchgehende Linie entsteht.
Am meisten bringt die Technik bei großen Flächen wie Himmel, Wasser und Wiesen. Bei sehr kleinen Feldern genügt meist ein einzelner Tupfer mit der Pinselspitze. Wenn ein Motiv überwiegend aus weiten Flächen besteht, wie es bei Landschaften häufig der Fall ist (mehr dazu bei Malen nach Zahlen Landschaft: Meer, Berge & Natur), lohnt es sich, die Bewegung von Beginn an zu üben.
Schritt für Schritt: So malen Sie ein Feld im Zickzack
Ein Feld wird gleichmäßig, wenn Sie es in einem Zug und mit wenig Farbe am Pinsel von oben nach unten füllen. Die folgenden fünf Schritte gelten für jedes Feld, ob klein oder groß.
Tauchen Sie nur die Spitze ein
Nehmen Sie den Pinsel, der zur Feldgröße passt, und tauchen Sie nur das vordere Drittel der Borsten in die Acrylfarbe. Streifen Sie ihn an der Gefäßkante auf einer Seite ab, bis nichts mehr tropft.
Setzen Sie oben am Feldrand an
Beginnen Sie an der oberen Kante des Feldes und lassen Sie die Konturlinie sichtbar. Die Borsten berühren die Linie, fahren aber nicht darüber. Bei hellen Farben neben dunklen Konturlinien ist das die häufigste Stelle für Ausrutscher.
Führen Sie kurze Zickzack-Striche nach unten
Ziehen Sie den Pinsel in kurzen, schrägen Strichen hin und her, etwa so breit wie das Feld, und wandern Sie dabei Zeile für Zeile abwärts. Kehren Sie am Rand jeweils um, ohne den Pinsel abzuheben. Der Druck bleibt leicht, damit sich an der Leinwandstruktur keine Farbe sammelt.
Streifen Sie ab und setzen Sie die nächste Bahn an
Am unteren Ende streifen Sie den Pinsel kurz ab. Setzen Sie die nächste Bahn neben die erste und lassen Sie die Striche etwa einen Millimeter in die schon gemalte Fläche hineinreichen. Diese leichte Überlappung verhindert helle Spalten zwischen den Bahnen.
Füllen Sie ein Feld ganz, bevor Sie weitergehen
Beenden Sie jedes Feld, solange die Farbe noch feucht ist. Wer zwischen Feldern springt, trifft auf angetrocknete Ränder, und dort entstehen sichtbare Kanten. Benachbarte Felder mit derselben Nummer malen Sie am besten nacheinander.

Farbe richtig dosieren: Menge, Pinsel und Konsistenz
Streifen entstehen auf großen Flächen meistens durch zu viel oder zu nasse Farbe am Pinsel, und genau hier lässt sich mit wenigen Handgriffen viel verbessern.
- Nehmen Sie lieber mehrmals wenig Farbe auf, als den Pinsel einmal tief einzutauchen, denn eine dünne Lage deckt nach dem Trocknen gleichmäßiger als eine dicke, die am Rand Wülste bildet.
- Dosieren Sie die Farbe, indem Sie den Pinsel nur leicht eintauchen und am Rand des Töpfchens abstreifen.
- Die Acrylfarbe aus dem Set ist meist cremig genug; zieht sie Fäden oder lässt sich nur schwer verstreichen, genügt ein einziger Tropfen Wasser, den Sie mit dem Pinsel gut einarbeiten.
- Prüfen Sie den abgestreiften Pinsel zuerst auf einem Stück Papier: Der Strich sollte die Fläche deckend färben, ohne dass Farbe an der Spitze hängt oder auf die Leinwand tropft.
- Verwenden Sie für unterschiedliche Nummern nicht denselben feuchten Pinsel, weil Reste der vorherigen Farbe den Ton verändern und besonders bei hellen Flächen auffallen.
- Spülen Sie den Pinsel nach jedem Farbwechsel in klarem Wasser aus, bis keine Farbe mehr austritt, und tupfen Sie ihn anschließend auf einem Küchentuch trocken.

Große Flächen: Himmel, Wasser und Verläufe gleichmäßig füllen
Wählen Sie pro Bereich eine feste Strichrichtung
Legen Sie vor dem ersten Einzelzug fest, in welche Richtung Sie im jeweiligen Bereich arbeiten: horizontal bei Wasser, diagonal von links unten nach rechts oben beim Himmel. Bleiben Sie dabei, bis der Bereich fertig ist. Der Pinsel legt die Farbe dann immer in dieselbe Richtung ab, und die Fläche wirkt dadurch gleichmäßig.
Füllen Sie gleiche Farbtonstufen zuerst
Malen Sie zuerst alle Nachbarfelder, die dieselbe Nummer tragen, auch wenn sie durch eine Linie getrennt sind. Die Farbe trocknet so in einem Zug, und die Übergänge zwischen den Feldern wirken dadurch ruhiger. Erst danach folgen die angrenzenden Töne, deren Ränder weich anschließen.
Arbeiten Sie bei Verläufen vom Hellen zum Dunklen
Liegen benachbarte Nummern nebeneinander, etwa 4, 5 und 6 im Abendhimmel, beginnen Sie mit dem hellsten Ton. Dunkle Farbe deckt Helles zuverlässig, umgekehrt schimmert sie durch. Streichen Sie am Rand eines dunkleren Feldes mit nur wenig Farbe etwas über die Linie in den hellen Nachbarn hinein, wenn dieser noch leicht feucht ist. So entsteht ein sanfter Übergang.
Wechseln Sie die Richtung nur an Feldgrenzen
Ändern Sie die Strichrichtung ausschließlich dort, wo ein Feld endet. Mitten in einem Feld hinterlässt ein Richtungswechsel sichtbare Kanten, weil sich die Borstenspuren kreuzen. Ist ein Feld sehr groß, teilen Sie es gedanklich in Streifen von etwa zwei Pinselbreiten und arbeiten diese nacheinander ab, ohne dazwischen abzusetzen.
Trocknen zwischen den Lagen und Streifen vermeiden
Streifen auf großen Flächen entstehen häufig dadurch, dass eine Lage noch feucht ist, wenn der Pinsel erneut darüberfährt. Die neue Farbe löst dann Reste der alten an und zieht sie mit, es bleiben Rillen und hellere Bahnen zurück. Jede Lage sollte deshalb vollständig durchgetrocknet sein, bevor die nächste folgt. Die Pause gehört zur Technik wie der Pinselstrich selbst.
Mehrere dünne Lagen ergeben ein gleichmäßigeres Bild als eine dicke. Eine dicke Schicht trocknet am Rand schneller als in der Mitte, dort bilden sich Wülste und Pinselspuren, die sichtbar bleiben. Fällt die erste Lage ungleichmäßig aus, ist das kein Grund zur Sorge: Eine zweite dünne Lage im Zickzack gleicht kleine Unterschiede in der Deckkraft meist aus, sofern die erste ganz trocken ist.
Ob eine Fläche trocken ist, erkennen Sie an der Oberfläche. Sie wirkt matt, glänzt nicht mehr feucht und fühlt sich nicht klebrig an, wenn Sie vorsichtig mit dem Fingerrücken an einer kleinen, bereits bemalten Stelle am Rand prüfen. Die Dauer hängt von der Raumtemperatur und der aufgetragenen Menge ab: In einem warmen Zimmer geht es spürbar schneller als in einem kühlen, dünne Lagen trocknen schneller als kräftige. Berühren Sie frisch bemalte Felder nicht, und stellen Sie die Leinwand nicht schräg, solange die Farbe feucht ist, denn sie kann sonst verlaufen und sich an einer Kante sammeln. Am besten liegt die Leinwand flach, bis die Lage durchgetrocknet ist.

Typische Fehler und wie Sie sie korrigieren
Streifige oder fleckige Flächen lassen sich in den meisten Fällen retten, wenn Sie zuerst die Ursache bestimmen und die Farbe vollständig trocknen lassen. Die folgende Übersicht ordnet die häufigsten Schäden ihren Ursachen und dem passenden Handgriff zu. Wer zum ersten Mal mit dem Hobby beginnt, findet weitere Grundlagen im Beitrag Malen nach Zahlen für Erwachsene.
| Fehlerbild | Ursache | Korrektur |
|---|---|---|
| Erhabene Streifen und Farbkanten in der Fläche | Zu viel Farbe auf dem Pinsel | Die Farbschicht vollständig trocknen lassen, dann eine dünne Lage im Zickzack darüberlegen und den Pinsel dabei fast trocken führen. |
| Sichtbare Borstenspuren in einer Richtung | Zu starker Druck auf den Pinsel | Beim nächsten Strich den Pinsel locker halten, nur die Spitzen der Borsten aufsetzen und die Richtung bei jeder Lage wechseln. |
| Farbe über die Linie hinaus gelaufen | Zu flüssige Farbe oder zu nah am Rand gearbeitet | Noch vor dem Trocknen mit einem sauberen, trockenen Pinsel vorsichtig nachziehen und die Farbe zur Fläche hin aufnehmen. |
| Dicke Lage, die Wülste bildet und nicht mehr glatt wird | Mehrfaches Übermalen im nassen Zustand | Ein Neubeginn ist sinnvoll: nach dem Trocknen das Feld mit feinem Schleifpapier glätten und dünn neu aufbauen. |
Unsere Auswahl
Wenig Farbe auf dem Pinsel und kurze, sich am Rand leicht überlappende Hin-und-her-Striche genügen, damit Flächen gleichmäßig wirken. Tragen Sie lieber zwei dünne Lagen auf und lassen Sie jede vollständig trocknen, bevor Sie fortfahren. Zeigen sich Streifen, hilft meist eine sehr dünne Deckschicht. Wer die Technik an großen Flächen üben möchte, findet bei den Motiven mit Meer, Bergen und Natur reichlich Gelegenheit dazu.
Üben Sie die Technik an einer großen Fläche
Ein Motiv mit Himmel oder Wasser zeigt schnell, ob Ihre Striche gleichmäßig werden. Die Landschaftsmotive im Set sind dafür geeignet.
Ansehen Malen nach Zahlen Landschaft: Meer, BergHäufige Fragen
Was bedeutet Zickzack-Technik beim Malen nach Zahlen?
Dabei tragen Sie die Farbe in kurzen Hin-und-her-Strichen auf, die das nummerierte Feld Zeile für Zeile füllen. Die Striche überlappen leicht, sodass eine gleichmäßige Fläche entsteht. Bei kleinen Feldern genügen wenige Bewegungen, bei größeren Feldern arbeiten Sie sich von einer Kante zur gegenüberliegenden vor.
Welcher Pinsel eignet sich für die Zickzack-Technik?
Der Pinsel aus Ihrem Set reicht für die meisten Felder aus. Seine Spitze erlaubt auch kurze Striche nahe an den Linien. Für große, zusammenhängende Flächen wie Himmel oder Hintergrund kann ein breiterer Flachpinsel die Arbeit erleichtern, falls Sie einen zur Hand haben. Zwingend nötig ist er nicht.
Wie vermeide ich Streifen bei Acrylfarbe auf Leinen?
Nehmen Sie wenig Farbe auf den Pinsel und tragen Sie mehrere dünne Lagen auf. Lassen Sie jede Lage vollständig trocknen, bevor die nächste folgt. Behalten Sie außerdem innerhalb eines Bereichs dieselbe Strichrichtung bei. Die Gewebestruktur des Leinens zeichnet dicke Farbränder sonst deutlich nach, und genau dort entstehen Streifen.
Kann ich eine streifige Fläche noch korrigieren?
Ja, solange die Farbe vollständig durchgetrocknet ist. Tragen Sie danach eine dünne, deckende Lage in derselben Farbe auf und halten Sie dabei eine einheitliche Strichrichtung ein. Tragen Sie nicht in noch feuchte Farbe auf, weil sich sonst Ränder lösen und die Fläche unruhiger wirkt. Bei starken Erhebungen können zwei dünne Lagen nötig sein.
Eignet sich die Zickzack-Technik auch für Anfänger?
Ja, die Bewegung ist auch für Einsteiger gut zu üben. Beginnen Sie mit kleinen Feldern, um ein Gefühl für die Strichlänge zu bekommen, und nehmen Sie bewusst wenig Farbe auf. Größere Flächen gelingen danach meist ruhiger. Ein kurzer Probestrich auf dem Rand der Leinwand zeigt, ob die Farbmenge passt.

