Malen nach Zahlen: Farbe wie Gummi? Ursachen & Lösungen

 

Wenn beim Malen nach Zahlen die Farbe wie Gummi wirkt, liegt das meist an zu wenig Wasser auf dem Pinsel, an angetrockneter Farbe im Töpfchen oder an zu dick aufgetragenen Schichten. Acrylfarbe bildet beim Trocknen einen Film, und dieser wird zäh, sobald die Feuchtigkeit zu schnell entweicht.

Dieser Beitrag richtet sich an Erwachsene, die das Hobby zur Entspannung betreiben oder ein Set verschenken möchten und mit ungleichmäßigen Flächen und sichtbaren Pinselstrichen kämpfen. Sie erfahren, wie Sie eingedickte Farbe wieder streichfähig machen, bereits getrocknete Stellen ausbessern und mit der passenden Motivwahl sowie Reihenfolge künftig sauberer arbeiten.

Kurz gesagt

  • Gummiartige Farbe entsteht meist durch zu dicke Schichten, zu wenig Verdünnung oder Farbe, die im Topf angetrocknet ist.
  • Rühren Sie die Farbe vor jedem Gebrauch gründlich um und verdünnen Sie sie tropfenweise mit Wasser.
  • Tragen Sie dünne Schichten auf und lassen Sie jede Schicht vollständig trocknen, bevor Sie nachlegen.
  • Bereits fest gewordene Stellen lassen sich nur eingeschränkt retten, deshalb hilft vor allem die richtige Vorgehensweise beim nächsten Motiv.

Farbe wie Gummi: Was dahintersteckt

Wenn sich die Farbe gummiartig anfühlt, liegt die Ursache fast immer in der Verarbeitung und selten im Material. Acrylfarbe besteht aus Pigment, Bindemittel und Wasser. Sie trocknet, indem das Wasser verdunstet und sich die Kunststoffteilchen zu einem Film verbinden. Steht in der Farbe zu wenig Wasser zur Verfügung, etwa weil der Topf offen lag oder sie direkt aus dem Näpfchen ohne Feuchtigkeit aufgetragen wird, wird sie zäh und lässt sich nur noch schwer verteilen.

Ein zweiter Grund sind dicke Schichten. Trägt man viel Farbe auf einmal auf, bildet sich an der Oberfläche rasch eine Haut, während darunter noch Feuchtigkeit eingeschlossen ist. Die Fläche fühlt sich dann nach einigen Stunden trocken an, gibt beim Draufdrücken aber nach und wirkt elastisch wie Gummi. Auch sichtbare Pinselstriche und ungleichmäßige Flächen entstehen häufig auf diese Weise.

Das ist eine gute Nachricht, denn Sie können beides beim Malen beeinflussen: durch die Menge Wasser am Pinsel, durch dünnere Schichten und durch Geduld zwischen den Durchgängen. Gerade bei den ersten Motiven treten solche Schwierigkeiten häufig auf, wie auch unser Beitrag Malen nach Zahlen für Kinder und Anfänger zeigt.

Die häufigsten Ursachen auf einen Blick

Wenn sich die Farbe zäh anfühlt und nach dem Trocknen wie Gummi wirkt, liegt der Grund fast immer in einer von sechs alltäglichen Ursachen, die sich am Aussehen der Fläche erkennen lassen.

  • Bildet die Farbe einen erhabenen Wulst, der an den Rändern der Fläche aufsteht, wurde zu dick aufgetragen, und die untere Schicht trocknet unter der geschlossenen Oberfläche nur langsam durch.
  • Wirken manche Stellen glänzend und andere stumpf oder streifig, haben sich die Pigmente am Topfboden abgesetzt, weil die Farbe vor dem Malen nicht umgerührt wurde.
  • Lässt sich die Farbe kaum verstreichen und zieht beim Abheben des Pinsels Fäden, ist sie zu trocken, und ein winziger Tropfen Wasser auf dem Pinsel genügt meist zur Korrektur.
  • Findet sich beim Öffnen eines Topfes eine dünne Haut, war der Deckel nicht fest geschlossen, und kleine Hautstücke mischen sich als Krümel in die Farbe und hinterlassen raue, gummiartige Punkte.
  • Bleibt die Oberfläche auch nach Stunden klebrig, stand das Bild vermutlich in einem feuchten oder kühlen Raum, in dem Acrylfarbe deutlich länger zum Trocknen braucht.
  • Zeigen sich Schlieren und kleine Klümpchen im frischen Farbauftrag, steckt meist angetrocknete Farbe in den Borsten, die sich beim Malen löst und mit verstrichen wird.

Passende Pinselhalter und andere Hilfsmittel für einen sauberen Arbeitsplatz finden Sie unter Rahmen und Zubehör für Malen nach Zahlen.

Schritt für Schritt: Farbe wieder geschmeidig machen

Gummiartige Farbe lässt sich unter Umständen noch verbessern, solange sie im Topf nicht durchgetrocknet ist. Die folgenden sieben Handgriffe lassen sich in dieser Reihenfolge ausprobieren.

Topf verschließen und gründlich umrühren

Drücken Sie den Deckel fest auf den Topf, damit keine Farbe herausspritzt. Rühren Sie danach 30 Sekunden bis eine Minute mit dem Pinselstiel oder einem kleinen Löffel um.

Fahren Sie dabei bis zum Boden und lösen Sie den Bodensatz. Dort sammeln sich Bindemittel und Farbkörper, die sich beim Stehen getrennt haben.

Testen Sie einen Klecks auf der Palette

Nehmen Sie einen erbsengroßen Klecks ab und streichen Sie ihn auf einem Stück Pappe oder einem Teller aus. So sehen Sie, ob die Farbe Fäden zieht oder Klümpchen bildet, bevor Sie die Leinwand anfassen.

Geben Sie Wasser tröpfchenweise zu

Tauchen Sie einen sauberen Pinsel ins Wasser, lassen Sie ihn kurz abtropfen und geben Sie einen einzelnen Tropfen auf den Klecks. Mischen Sie gut durch und prüfen Sie die Konsistenz, bevor der nächste Tropfen folgt.

Verdünnen Sie, bis die Farbe fließt

Die richtige Konsistenz erreichen Sie, wenn die Farbe vom Pinsel gleichmäßig abfließt, aber nicht tropft oder über die Linien läuft. Sie sollte etwa der Dicke von Sahne entsprechen.

Tragen Sie die erste Schicht dünn auf

Streichen Sie in eine einzige Richtung, etwa von links nach rechts, und setzen Sie den Pinsel nicht ständig neu an. Die Zahlen unter der Farbe dürfen noch leicht durchscheinen, denn die zweite Schicht deckt sie ab.

Waschen Sie den Pinsel zwischendurch aus

Spülen Sie den Pinsel nach jeder Fläche im Wasserglas aus und streichen Sie ihn an einem Tuch ab. Angetrocknete Farbreste im Haar lösen sich später als Klümpchen und hinterlassen Striche auf der Leinwand.

Schließen Sie den Topf sofort nach dem Gebrauch

Setzen Sie den Deckel direkt nach dem Auftragen wieder auf, auch wenn Sie gleich weitermalen. Schon wenige Minuten offene Luft lassen eine Haut auf der Oberfläche entstehen, die sich später als Gummikrümel in der Farbe wiederfindet.

Kleine Acrylfarbtöpfe mit Nummern, einer davon offen mit angetrockneter Oberfläche
Ein offener Topf bildet schnell eine Haut, die sich in die Farbe mischt.

Eingetrocknete Stellen korrigieren

Bereits getrocknete Acrylfarbe lässt sich nicht mehr vollständig auflösen, aber verklebte und erhabene Stellen lassen sich mit etwas Geduld oft spürbar verbessern.

  • Erhabene Stellen und Grate glätten Sie vorsichtig mit feinem Schleifpapier (Körnung ab etwa 400), und zwar nur mit leichtem Druck und kurzen Bewegungen, damit die vorgezeichneten Linien und Zahlen nicht abgetragen werden.
  • Den entstandenen Staub entfernen Sie danach mit einem trockenen, weichen Pinsel oder einem fusselfreien Tuch, bevor Sie weitermalen, sonst bleiben die Körnchen in der neuen Schicht eingeschlossen.
  • Die Farbe tragen Sie anschließend dünn auf und lassen jede Schicht vollständig trocknen, bevor die nächste folgt.
  • Streichen Sie nicht mehrfach über dieselbe Stelle, solange die Farbe schon anzieht, denn dabei entstehen neue Klümpchen und Pinselspuren.
  • Bei stark verklebten Stellen ist es sinnvoller, die gesamte Fläche noch einmal dünn zu bearbeiten, als mehrere dicke Schichten übereinander aufzutragen, die unten weich bleiben und oben reißen können.
  • Verwenden Sie keine Lösungsmittel, ohne zuvor die Anleitung des Sets geprüft zu haben, denn viele greifen Acrylfarbe an und können die Leinwand angreifen sowie die Druckfarbe der Vorzeichnung verlaufen lassen.

Vorbeugen: Das richtige Motiv und die richtige Reihenfolge

Gummiartige Farbflächen entstehen meist durch zu dicken Auftrag, und das lässt sich beim nächsten Motiv durch die Reihenfolge der Arbeit vermeiden. Beginnen Sie mit den hellen Flächen und malen Sie dunkle Bereiche zuletzt, denn helle Töne decken dunkle Ränder schlecht ab. In kleinen Nummernfeldern gelingt es mit zwei dünnen Durchgängen besser als mit einem kräftigen Strich. Planen Sie zwischen benachbarten Farbbereichen eine Trocknungspause ein, bis sich die Fläche trocken anfühlt und nicht mehr kalt oder feucht ist. Für das Üben eignen sich Bilder mit großen Flächen, etwa Landschaften mit Meer, Bergen und Himmel, bei denen Sie den gleichmäßigen Auftrag in Ruhe trainieren können.

SymptomWahrscheinliche UrsacheAbhilfe
Farbe zieht Fäden und lässt sich schwer verteilenFarbe zu dick oder bereits angetrocknetPinsel leicht anfeuchten, Farbe auf dem Deckel mit einem Tropfen Wasser lockern
Fläche fühlt sich nach Stunden noch weich und gummiartig anDicke Schicht, die außen schneller trocknet als innenKünftig dünn auftragen und die Schicht vollständig durchtrocknen lassen
Sichtbare PinselstricheZu viel Farbe auf dem Pinsel, Striche in wechselnder RichtungWenig Farbe aufnehmen, in einer Richtung streichen, zweiten Durchgang nach dem Trocknen setzen
Dunkle Linien scheinen durch helle FlächenFalsche Reihenfolge oder zu dünne DeckungHelle Felder zuerst, bei Bedarf eine weitere dünne Schicht
Farben laufen an den Rändern ineinanderNachbarfeld noch nassTrocknungspause einhalten, dann das angrenzende Feld malen

Wer das Hobby gerade erst beginnt, findet weitere Anregungen für passende Motive unter Malen nach Zahlen für Erwachsene.

Feiner Rundpinsel über einem Wasserglas, daneben Acrylfarbe auf einem Porzellanteller zum Verdünnen
Wasser tropfenweise zugeben und nach jedem Tropfen die Konsistenz prüfen.

Motive mit großen Flächen für den Einstieg

Für den Einstieg eignen sich Motive mit weiten, ruhigen Flächen wie Himmel, Meer oder Wasserspiegelung. Auf solchen Feldern lässt sich das Auftragen dünner Schichten üben, ohne dass winzige Zellen jede Bewegung des Pinsels verraten. Zähe Farbe fällt bei kleinteiligen Motiven zunächst weniger auf, richtet dort aber mehr Schaden an, weil sie über die Linien quillt. Auf großen Flächen zeigt sich sofort, ob die Schicht gleichmäßig liegt.

Zählen Sie vor der Wahl die Farben, also die Nummern auf der Vorlage. Als Faustregel gilt: Je weniger Nummern, desto weniger Töpfchen stehen offen, und desto seltener trocknet eine Farbe an, während Sie eine andere mischen oder auftragen. Bei einem Motiv mit rund einem Dutzend Farben lässt sich die Arbeit meist gut überschauen. Ein Motiv wie „Schiggy am Meer bei Sonnenuntergang“ eignet sich dafür, Farbverläufe in dünnen Lagen aufzubauen. Weitere Anregungen finden Sie unter Malen nach Zahlen für Kinder und Anfänger.

Wählen Sie das Motiv bewusst als erstes Projekt für sich selbst, nicht als Geschenk mit Termin. Wer unter Zeitdruck malt, trägt die Farbe dick auf und lässt die Schichten nicht durchtrocknen. Genau das führt zum gummiartigen Ergebnis. Ein Übungsbild ohne Frist gibt Ihnen Zeit, Farbmenge und Trocknungszeit in Ruhe kennenzulernen.

Unsere Auswahl

Das wichtigste Vorgehen: Rühren Sie jede Farbe vor dem Malen gründlich um, geben Sie bei Bedarf nur tropfenweise Wasser hinzu und tragen Sie dünne Schichten auf, die vollständig durchtrocknen, bevor die nächste folgt. So bleibt die Oberfläche glatt und die Farbe geschmeidig. Wer sein nächstes Motiv in Ruhe auswählen möchte, findet bei den Malen-nach-Zahlen-Sets für Erwachsene passende Vorlagen mit unterschiedlichem Detailgrad.

Ein Motiv mit passenden Farben zum Üben

Jedes Set enthält vorgezeichnete Leinwand, nummerierte Acrylfarben und drei Pinsel. Der Versand erfolgt innerhalb von 48 Stunden, kostenlos nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.

Ansehen Malen nach Zahlen Erwachsene

Häufige Fragen

Kann ich zähe Acrylfarbe mit Wasser retten?

Ja, sofern die Farbe noch nicht durchgetrocknet ist. Geben Sie Wasser tropfenweise in den Farbnapf, rühren Sie gründlich um und prüfen Sie die Fließfähigkeit auf einer Palette. Zu viel Wasser auf einmal macht die Farbe dünn und streifig, daher lieber in kleinen Schritten vorgehen.

Warum trocknet meine Farbe nicht richtig durch?

Meist ist die Schicht zu dick aufgetragen, oder die Raumluft ist zu feucht und zu kühl. Tragen Sie die Farbe dünn auf, lüften Sie den Raum regelmäßig und halten Sie ihn möglichst bei Zimmertemperatur. Geben Sie jeder Schicht genügend Zeit, bevor Sie weitermalen.

Wie lange muss ich zwischen den Schichten warten?

Warten Sie, bis sich die Fläche trocken anfühlt und nicht mehr kühl oder klebrig ist. Dünne Schichten brauchen dafür weniger Zeit als dicke. Im Zweifel warten Sie lieber etwas länger, denn Farbe auf einer feuchten Schicht verschmiert und bleibt weich.

Kann ich eingetrocknete Farbe mit Lösungsmittel entfernen?

Davon raten wir ab. Durchgetrocknete Acrylfarbe lässt sich kaum rückstandslos lösen, und Lösungsmittel können die Leinwand oder die darunterliegenden Schichten angreifen. Schleifen Sie die Stelle stattdessen vorsichtig mit feinem Schleifpapier an, entfernen Sie den Staub und tragen Sie die Farbe dünn neu auf.

Wie reinige ich den Pinsel, damit die Farbe nicht klumpt?

Waschen Sie den Pinsel nach jedem Gebrauch in lauwarmem Wasser aus und drücken Sie die Farbe aus den Haaren, bis das Wasser klar bleibt. Formen Sie die Spitze danach mit einem Tuch und lassen Sie den Pinsel liegend oder mit den Haaren nach oben trocknen.

 
Veröffentlicht in: Techniken