Tipps: malen nach zahlen Farben eingetrocknet was tun

 

Wenn bei Ihrem Set die Farbe eingetrocknet ist, lässt sie sich meist noch retten, solange sie nur krustig oder zäh und nicht durchgehend hart ist. Mit ein paar Tropfen Wasser und etwas Geduld wird Acrylfarbe in der Regel wieder streichfähig. Wer sich fragt, was bei eingetrockneten Farben im Malen-nach-Zahlen-Set zu tun ist, beginnt am besten mit einer kurzen Prüfung des Töpfchens.

Dieser Beitrag richtet sich an Erwachsene, die das Malen nach Zahlen als ruhiges Hobby pflegen oder ein Set verschenken möchten. Sie erfahren, woran Sie erkennen, ob eine Farbe noch brauchbar ist, wie Sie sie Schritt für Schritt anrühren, welche Fehler dabei häufig vorkommen und wie Sie Töpfchen und Pinsel so behandeln, dass die Farbe auch bei längeren Malpausen frisch bleibt.

Kurz gesagt

  • Acrylfarbe aus Malen-nach-Zahlen-Sets lässt sich oft wiederbeleben, solange sie im Inneren des Töpfchens noch weich ist.
  • Rühren Sie die Farbe langsam mit wenig Wasser an, damit Konsistenz und Deckkraft erhalten bleiben.
  • Ist die Farbe durchgehend krümelig oder stark verklumpt, ist sie in der Regel verloren und sollte ersetzt werden.
  • Ein dicht verschlossenes Töpfchen und saubere Pinsel nach jeder Sitzung verhindern das Austrocknen am zuverlässigsten.

Eingetrocknete Acrylfarbe: Was Sie zuerst prüfen sollten

Ja, in vielen Fällen lässt sich eingetrocknete Farbe noch retten, und die Antwort darauf liefert ein einfacher Test. Nehmen Sie einen Zahnstocher und stechen Sie damit mittig in das Töpfchen. Gibt die Farbe unter der Oberfläche nach und fühlt sich weich oder zäh an, ist sie brauchbar. Eine harte Haut an der Oberfläche allein ist kein Grund, das Töpfchen wegzuwerfen. Sie entsteht, wenn Luft an die Farbe gelangt ist, und lässt sich meist mit dem Zahnstocher abheben oder zerteilen.

Anders sieht es aus, wenn der Zahnstocher kaum eindringt oder die Farbe beim Stechen in trockene Krümel zerfällt. Ist der gesamte Inhalt steinhart oder durchgehend bröckelig, hat die Farbe ihr Bindemittel verloren und ist in der Regel nicht mehr zu gebrauchen. Das gilt besonders bei kleinen Töpfchen, die oft offen standen.

Riechen Sie außerdem kurz an der Farbe. Ein muffiger oder faulig-saurer Geruch, dunkle Flecken oder sichtbarer Schimmel sind Zeichen von Verderb. Solche Farbe sollten Sie nicht mehr verwenden, auch wenn sie sich noch weich anfühlt.

Die Farben in Ihrem Set sind wasserbasiert. Deshalb ist sauberes Wasser das richtige Mittel, um sie wieder streichfähig zu machen; Lösemittel sind für Acrylfarben ungeeignet und können sie verklumpen lassen. Wer das Hobby gerade erst beginnt, findet weitere Grundlagen im Beitrag Malen nach Zahlen für Kinder und Anfänger.

Eingetrocknete Farbe Schritt für Schritt wieder anrühren

Eingetrocknete Acrylfarbe aus einem Malen-nach-Zahlen-Set lässt sich in vielen Fällen retten, sofern im Töpfchen noch weiche oder nur leicht krümelige Farbe steckt. Gehen Sie dabei am besten in dieser Reihenfolge vor.

Haut vom Rand lösen

Fahren Sie mit einem Zahnstocher oder einem kleinen Spachtel am Innenrand des Töpfchens entlang, bis sich die Haut an der Oberfläche löst. Heben Sie sie vorsichtig ab und legen Sie sie beiseite. Zerdrücken Sie die Haut nicht, sonst verteilen sich harte Splitter in der Farbe.

Farbe in eine Mischschale geben

Schieben Sie die weiche Restfarbe in eine saubere Mischschale, etwa einen kleinen Porzellanteller oder einen Deckel. Im Töpfchen selbst gelingt das Anrühren schlecht, weil sich am Rand Reste festsetzen und Klumpen unbemerkt zurückbleiben.

Wasser tropfenweise zugeben

Geben Sie zwei bis drei Tropfen Wasser dazu, am besten mit einer Pipette oder dem nassen Pinselende. Warten Sie kurz, bis das Wasser etwas eingezogen ist, und fügen Sie erst dann bei Bedarf einen weiteren Tropfen hinzu. Zu viel Wasser verdünnt die Farbe und mindert die Deckkraft, sodass die aufgedruckten Zahlen auf der Leinwand später durchscheinen können.

Gleichmäßig durchrühren

Rühren Sie mit dem Spachtel langsam und in ruhigen Kreisen. Drücken Sie kleine Klümpchen gegen den Schalenrand, bis sie sich auflösen. Die Farbe ist bereit, wenn sie wie cremiger Joghurt vom Spachtel läuft und keine Krümel mehr sichtbar sind.

Probe auf Papier malen

Streichen Sie einen kleinen Strich auf ein Stück Papier und lassen Sie ihn kurz trocknen. Prüfen Sie Farbton und Deckkraft. Wirkt der Strich blass oder streifig, war es zu viel Wasser. Lassen Sie die Mischung dann einige Minuten offen stehen und rühren Sie erneut durch.

Farbe ruhen lassen und nochmals umrühren

Lassen Sie die angerührte Farbe etwa fünf bis zehn Minuten ruhen. In dieser Zeit verbindet sich das Wasser gleichmäßiger mit dem Bindemittel. Rühren Sie unmittelbar vor dem Malen noch einmal kurz durch und füllen Sie nur die Menge ab, die Sie in der nächsten halben Stunde brauchen.

Acrylfarbe wird auf einer weißen Mischpalette mit wenig Wasser und einem Holzspachtel durchgerührt
Mit wenig Wasser und langsamem Rühren gleichen Sie die Konsistenz an, bevor Sie die Probe malen.

Wann sich die Farbe nicht mehr retten lässt

Eine Farbe ist verloren, sobald eines der folgenden Zeichen auftritt, und weiteres Rühren kostet dann nur Zeit.

  • Die Masse ist im gesamten Töpfchen krümelig oder bröselig und lässt sich auch nach Wasserzugabe und mehreren Minuten Rühren nicht glatt verstreichen.
  • Es bleiben Klumpen zurück, die sich beim Zerdrücken an der Gefäßwand körnig anfühlen und nicht auflösen.
  • Die Farbe riecht deutlich sauer oder faulig, oder an der Oberfläche zeigen sich schwarze, grüne oder weißliche Flecken, die nach Schimmel aussehen.
  • Nach dem Verdünnen lässt sich die Farbe nicht gleichmäßig auftragen, sie zieht Fäden, perlt ab oder reißt beim Trocknen auf der Leinwand in feine Risse auf.
  • Ein Töpfchen, bei dem einer dieser Punkte zutrifft, sollten Sie ersetzen, statt es weiterzuverwenden, denn körnige oder rissige Stellen sind im fertigen Bild dauerhaft sichtbar und lassen sich nicht überpinseln.

Ist nur eine dünne Haut an der Oberfläche entstanden und das Innere noch weich, gilt die Farbe dagegen nicht als verloren. Entfernen Sie die Haut im Ganzen und prüfen Sie die Masse darunter erneut.

Typische Fehler beim Wiederanrühren

Beim Wiederanrühren eingetrockneter Acrylfarbe entstehen die meisten Schäden durch fünf Handgriffe, die sich leicht vermeiden lassen.

  • Zu viel Wasser auf einmal macht die Farbe dünn und wässrig, sie verliert an Deckkraft und trocknet auf der Leinwand streifig oder mit hellen Rändern ab. Geben Sie das Wasser tropfenweise dazu, am besten mit einer Pipette oder dem feuchten Pinselende, und warten Sie nach jedem Tropfen ein paar Minuten.
  • Wird der benutzte Pinsel direkt ins Töpfchen getaucht, gelangen Wasser, Farbreste anderer Nummern und Fusseln in den Inhalt. Nehmen Sie die benötigte Menge mit einem sauberen Pinsel oder einem Zahnstocher heraus und legen Sie sie auf eine Palette, etwa einen kleinen Teller.
  • Wer die aufgeweichte Farbe nicht gründlich durchrührt, trägt ungleichmäßig Pigment auf: Oben sammelt sich Bindemittel, unten ein dicker Bodensatz, und der Farbton wird fleckig. Rühren Sie, bis sich beim Anheben des Stäbchens keine Klümpchen mehr zeigen.
  • Terpentin, Verdünner oder andere Lösemittel sind für wasserbasierte Acrylfarbe ungeeignet. Das Bindemittel kann dadurch ausflocken, und die Farbe wird körnig und nicht mehr streichfähig.
  • Je länger ein Töpfchen offen steht, desto tiefer wird die Kruste, und desto mehr Zeit und Wasser braucht das Aufweichen. Verschließen Sie das Töpfchen deshalb schon in kurzen Malpausen wieder fest, und prüfen Sie den Deckel auf Farbreste am Rand, da er sonst nicht mehr dicht schließt.
Verschlossene Farbtöpfchen eines Malen-nach-Zahlen-Sets stehen aufrecht in einem Regal
Dicht geschlossene Töpfchen, aufrecht und trocken gelagert, halten die Farbe während der Malpausen weich.

Töpfchen richtig verschließen und lagern

Eingetrocknete Farbe vermeiden Sie am sichersten, wenn jedes Töpfchen nur so lange offen steht, wie der Pinsel gerade darin eintaucht. Die folgenden sechs Schritte halten die Acrylfarbe auch über längere Pausen weich.

Schließen Sie den Deckel sofort

Drücken Sie den Deckel nach jedem Eintauchen des Pinsels wieder fest zu, auch wenn Sie nur kurz frisches Wasser holen oder zum nächsten Feld greifen. Acrylfarbe bildet an der Luft schon nach wenigen Minuten eine dünne Haut, die sich später in die Farbe einrührt und Klümpchen verursacht.

Wischen Sie den Rand sauber

Streichen Sie vor dem Schließen mit einem Stück Küchenpapier oder einem feuchten Tuch über den Rand des Töpfchens. Angetrocknete Farbreste verhindern, dass der Deckel rundum abdichtet, und durch den schmalen Spalt entweicht Feuchtigkeit. Ein sauberer Rand lässt sich außerdem beim nächsten Mal leichter öffnen.

Stellen Sie die Töpfchen aufrecht und kühl hin

Lagern Sie die Töpfchen aufrecht, damit die Farbe nicht an den Deckel gelangt und ihn verklebt. Ein trockener, kühler Platz in einer Schublade oder im Karton des Sets eignet sich gut. Ein Fensterbrett in der Sonne erwärmt die Töpfchen und beschleunigt das Austrocknen.

Lassen Sie keine Farbe monatelang offen liegen

Wie lange die Farbe brauchbar bleibt, hängt vor allem vom Verschluss ab. Ein dicht geschlossenes Töpfchen übersteht eine längere Pause meist gut, ein offenes oder schlecht sitzendes trocknet oft schon binnen weniger Tage an. Legen Sie das Set daher auch bei unterbrochener Arbeit nie mit offenen Deckeln beiseite.

Prüfen Sie das Set nach längeren Pausen

Öffnen Sie nach einigen Wochen Pause jedes Töpfchen kurz und tippen Sie mit dem Pinselstiel vorsichtig auf die Oberfläche. Rühren Sie sie gründlich durch, bevor Sie malen, denn Bindemittel und Pigment setzen sich beim Stehen ab. Ist die Oberfläche nur leicht angetrocknet, genügt oft ein Tropfen Wasser.

Pinsel reinigen und Malpausen planen

Saubere Pinsel halten die Farbe im Farbtöpfchen länger feucht, denn angetrocknete Reste an den Borsten und am Rand gelangen sonst beim nächsten Eintauchen zurück in die Farbe und bilden dort Krümel und Krusten. Ein fester Ablauf am Ende jeder Sitzung genügt, um das zu vermeiden.

Pinsel sofort auswaschen

Spülen Sie jeden Pinsel nach der Sitzung unter lauwarmem Wasser aus und massieren Sie die Borsten mit etwas mildem Seifenwasser, bis das Wasser klar abläuft. Achten Sie auf den Ansatz an der Zwinge, dort bleibt Farbe am längsten hängen.

Pinsel richtig trocknen lassen

Stellen Sie die Pinsel nicht im Wasserglas ab, sonst verbiegen sich die Borsten. Legen Sie sie flach auf ein Tuch oder stellen Sie sie aufrecht mit den Borsten nach oben in ein trockenes Gefäß.

Farbtöpfchenränder säubern

Streichen Sie Farbreste vom Pinsel nicht am Farbtöpfchenrand ab und schon gar nicht zurück in die Farbe. Wischen Sie den Rand mit einem feuchten Tuch sauber, bevor Sie den Deckel fest andrücken.

Farbe für Pausen zwischenlagern

Wenn Sie eine Pause von mehreren Tagen planen, füllen Sie die Restfarbe in einen kleinen, luftdichten Behälter um. Ein sauberes Schraubdeckelgefäß eignet sich gut, weil darin weniger Luft über der Farbe steht.

Saubere Pinsel stehen auf einem sonnigen Balkon in einem Wasserglas und trocknen auf einem Tuch
Pinsel nach jeder Sitzung auswaschen und mit den Borsten nach oben trocknen lassen.

Unsere Auswahl

Geben Sie der Farbe nur wenige Tropfen Wasser und rühren Sie langsam, solange sie im Töpfchen im Inneren noch weich ist; durchgehend krümelige Reste lassen sich nicht retten. Verschließen Sie jedes Töpfchen nach der Sitzung fest und reinigen Sie die Pinsel sofort. Wenn Sie ein neues Motiv suchen, finden Sie es bei Malen nach Zahlen für Erwachsene.

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Häufige Fragen

Kann man eingetrocknete Acrylfarbe mit Wasser wieder verwenden?

Ja, solange die Farbe im Inneren des Töpfchens noch weich oder zäh ist. Geben Sie ein bis zwei Tropfen Wasser dazu, rühren Sie mit einem Zahnstocher langsam durch und warten Sie einige Minuten. Streichen Sie vor dem Malen eine Probe auf Papier, um die Deckkraft zu prüfen.

Woran erkenne ich, dass die Farbe endgültig verloren ist?

Die Farbe ist verloren, wenn sie durchgehend krümelig oder hart ist und sich auch nach mehrmaligem Rühren mit etwas Wasser nicht glätten lässt. Ein muffiger Geruch oder sichtbarer Schimmel sind ebenfalls eindeutige Zeichen. Solche Farbe gehört nicht in die Biotonne oder in den Hausmüll, flüssige Reste sollten Sie bei der Schadstoffsammlung Ihrer Kommune abgeben. Auf der Leinwand würde sie Klümpchen und Streifen hinterlassen.

Verändert sich der Farbton, wenn ich die Farbe wieder anrühre?

Leichte Abweichungen sind möglich, vor allem bei zu viel Wasser, denn die Farbe wirkt dann heller und weniger deckend. Geben Sie deshalb Wasser tropfenweise zu. Ein Probestrich auf Papier zeigt nach dem Trocknen den tatsächlichen Ton, bevor Sie ihn auf die Leinwand setzen.

Darf ich Terpentin oder andere Lösemittel verwenden?

Nein, davon ist abzuraten. Die Farben für Malen nach Zahlen sind wasserbasiert, und Lösemittel können das Bindemittel zersetzen, sodass die Farbe unbrauchbar wird. Außerdem können beim Malen Dämpfe entstehen, die die Raumluft belasten. Zuverlässig funktionieren nur Wasser, Geduld und gründliches Rühren.

Wie lange bleibt die Farbe im Töpfchen brauchbar?

Eine feste Dauer lässt sich nicht nennen, sie hängt von der Lagerung ab. Drücken Sie den Deckel nach jedem Malen fest zu, bewahren Sie die Töpfchen kühl und trocken auf und halten Sie den Pinsel sauber, damit keine Reste von anderen Farben hineingelangen. So bleibt die Farbe am längsten geschmeidig.

 
Veröffentlicht in: Techniken