Malen nach Zahlen Farbe deckt nicht? Ursachen und Lösungen

 

Wenn beim Malen nach Zahlen die Farbe nicht deckt, liegt es meist an einer zu dünn aufgetragenen Schicht und fast nie an fehlerhaftem Material. Helle Töne über dunklen Linien und Ziffern brauchen schlicht zwei bis drei Durchgänge, jeweils nach vollständigem Trocknen der vorigen Schicht.

Der Beitrag richtet sich an Erwachsene, die das Hobby gerade beginnen oder ein Set verschenken und nun auf durchscheinende Nummern oder fleckige Flächen blicken. Sie erfahren, woran Sie die Ursache erkennen, wie Sie eine Fläche Schritt für Schritt sauber übermalen und welche Pinsel dafür geeignet sind. Außerdem zeigt er, in welchen seltenen Fällen eine Stelle sich nicht mehr retten lässt.

Kurz gesagt

  • Durchscheinende Zahlen liegen meist an zu dünnem oder zu wässrigem Farbauftrag und nicht an einem fehlerhaften Malset.
  • Helle Farben decken dunkle Flächen schlechter ab; zwei dünne, vollständig getrocknete Schichten wirken besser als eine dicke.
  • Mit einer klaren Reihenfolge, einem passenden Pinsel und etwas Geduld lässt sich die Fläche in den meisten Fällen sauber nachbessern.

Warum die Zahlen trotz Farbe noch zu sehen sind

Die Zahlen scheinen durch, weil sie fest auf die Leinwand gedruckt sind und Acrylfarbe nur dann alles verdeckt, wenn die Schicht dick genug und die Farbe nicht zu stark verdünnt ist. In der Praxis stecken meist drei Ursachen dahinter: zu dünner Farbauftrag, ein heller Farbton über einer dunklen Zahl oder eine Schicht, die beim Weitermalen noch nicht durchgetrocknet war.

Bei der ersten Ursache bleibt die Farbe transparent, ähnlich wie eine Lasur. Das passiert, wenn der Pinsel sehr nass ist oder man einen Tropfen Wasser zu viel in den Farbton gegeben hat. Das Wasser verringert den Anteil der Farbpigmente pro Fläche, und die schwarze Druckfarbe der Nummer kommt wieder zum Vorschein. Die zweite Ursache erkennt man an einem grauen Schleier oder an Flecken genau dort, wo eine Zahl oder Linie liegt. Weiß, Gelb, Rosa und andere helle Töne decken über dunklem Untergrund deutlich schwächer als Blau, Braun oder Dunkelgrün.

Die dritte Ursache wird am häufigsten übersehen. Fühlt sich die untere Schicht noch feucht oder leicht klebrig an, löst der Pinsel sie beim zweiten Strich teilweise an und zieht Farbe mit. Das Ergebnis wirkt fleckig und dünn, obwohl genug Farbe auf der Fläche liegt. Das Problem tritt bei Einsteigern häufig auf, und die folgenden Ursachen sind meist schnell zu erkennen. Welche der drei Ursachen bei Ihnen vorliegt, lässt sich mit einem genauen Blick auf die Fläche klären.

Ursache 1: Zu dünne oder zu wässrige Farbe

Meist liegt es an der Farbmenge am Pinsel: Ist sie zu gering oder zu flüssig, bleibt die Vorlage sichtbar.

  • Die Acrylfarbe im Töpfchen sollte cremig sein, ungefähr wie weiche Joghurtcreme, und nur zäh vom Pinsel tropfen. Läuft sie wie Tinte, ist sie zu dünn.
  • Wenn Sie die Farbe mit Wasser verdünnt haben, damit sie sich leichter verteilt, deckt sie schlechter. Verdünnen Sie nur in Ausnahmefällen und dann tropfenweise.
  • Tauchen Sie den Pinsel nur mit der Spitze und dem unteren Drittel der Borsten in die Farbe, nicht bis zur Zwinge.
  • Streifen Sie überschüssige Farbe am Rand des Töpfchens ab. Der Pinsel soll Farbe tragen, aber nicht tropfen.
  • Machen Sie den Test an einer kleinen Stelle: Nach dem Strich darf die Linie oder Ziffer des Untergrunds nicht mehr hindurchschimmern, auch nicht bei seitlichem Lichteinfall.
  • Schimmert sie noch durch, tragen Sie nicht mehr Wasser, sondern mehr Farbe auf, und zwar in einer zweiten Schicht, sobald die erste vollständig trocken ist.
  • Achten Sie auf Pinselspuren: Sind einzelne Borstenstreifen zu erkennen, durch die die Leinwand oder die Vorlage durchscheint, war zu wenig Farbe am Pinsel.
  • Fleckige, streifige Flächen mit helleren und dunkleren Stellen entstehen ebenfalls oft durch einen ungleichmäßigen, zu dünnen Auftrag, weil die Farbe an manchen Stellen dicker liegt als an anderen.
Halb bemalte Leinwand auf einem Küchentisch an einem Regentag, daneben eine Tasse und offene Farbtöpfe, eine helle Fläche zeigt noch durchscheinende Zahlen
Zu wässrige Farbe zeigt auf der Leinwand oft eine fleckige, durchscheinende Fläche.

Ursache 2: Helle Farben über dunkler Vorlage

Gelb, Weiß und helle Pastelltöne enthalten wenig Farbkörper und lassen dunkle Untergründe durchscheinen. Eine schwarze oder dunkelblaue Ziffer unter einer einzelnen Schicht Hellgelb bleibt deshalb fast immer sichtbar, selbst wenn die Farbe gleichmäßig aufgetragen wurde. Dunkle Töne wie Braun, Dunkelgrün oder Schwarz decken dagegen meist schon nach einer, höchstens zwei Schichten. Die Ursache liegt dann im Farbton und nicht im Material oder in Ihrer Pinselführung.

Sinnvoll ist eine feste Reihenfolge: Malen Sie zuerst die dunklen Bereiche und danach die hellen Flächen, soweit die Vorlage das zulässt. Helle Farbe, die an eine trockene dunkle Kante grenzt, lässt sich sauber heranführen. Umgekehrt bilden sich Schlieren, wenn ein dunkler Ton in eine noch feuchte helle Fläche läuft. Zwischen den Schichten sollte die Farbe bei Raumtemperatur vollständig durchtrocknen. Die Angaben auf dem Etikett des Herstellers gelten dabei vorrangig. Die folgende Tabelle gibt Richtwerte, die je nach Hersteller und Auftragsmenge abweichen können.

TonDeckkraft im AuftragEmpfohlene Schichtzahl
Schwarz, Dunkelbraun, Dunkelgrünhoch1 bis 2
Rot, Orange, Mittelblaumittel bis hoch2
Hellblau, Rosa, Pastellgrüngering2 bis 3
Gelb, Weiß, Cremetonsehr gering3 bis 4

Schritt für Schritt: So übermalen Sie eine Fläche richtig

Eine durchscheinende Fläche lässt sich oft mit zwei dünnen Schichten in fester Reihenfolge ausbessern. Gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor und überspringen Sie keinen Punkt.

1. Lassen Sie die Fläche vollständig trocknen

Acrylfarbe wirkt oft schon nach wenigen Minuten trocken, ist es in der Tiefe aber noch nicht. Berühren Sie die Stelle mit dem Handrücken: Sie ist bereit, wenn sie sich nicht mehr kalt anfühlt und nicht mehr klebt. Bei dick aufgetragenen Flächen kann das deutlich länger dauern als bei dünnen.

2. Prüfen Sie die Fläche vorsichtig

Fahren Sie mit einem sauberen, leicht feuchten Pinsel nur oberflächlich über die Stelle. Löst sich dabei Farbe oder wird sie klebrig, war die Schicht noch nicht durchgetrocknet. Warten Sie dann weiter, bevor Sie etwas auftragen.

3. Tragen Sie eine dünne Schicht auf

Nehmen Sie wenig Farbe auf und streichen Sie in einer Richtung, nicht kreisend. Kreisende Bewegungen schieben die Farbe zusammen und bilden Ränder, durch die die Zahlen wieder sichtbar werden. Die Schicht darf zunächst noch leicht durchscheinen.

4. Trocknen lassen und erneut prüfen

Wiederholen Sie die Prüfung aus Schritt 2. Erst wenn die Schicht fest ist, folgt die zweite. Zeigen sich die Zahlen nach der zweiten Schicht noch, ist meist ein dritter, ebenfalls dünner Auftrag nötig.

5. Arbeiten Sie die Ränder zum Schluss nach

Kleine Randbereiche und feine Linien zwischen den Flächen bessern Sie erst aus, wenn alle Flächen gleichmäßig gedeckt sind. Verwenden Sie dafür die Pinselspitze und sehr wenig Farbe, damit die Nachbarfläche sauber bleibt.

Draufsicht auf einen Balkontisch mit kleinen Farbtöpfen und einem Papierstreifen mit Testflächen aus dunklen und hellen Farben
Vor dem Auftrag auf der Leinwand lohnt sich ein Test: Helle Töne decken dunkle Flächen oft nur mit mehr Schichten.

Pinsel und Material: Warum die Ausrüstung eine Rolle spielt

Wenn die Farbe trotz sorgfältigem Auftrag nicht deckt, liegt es häufig auch am Pinsel und nicht nur an der Farbe. Ein feiner Rundpinsel mit spitzer Form bringt die Farbe gezielt in kleine Zahlenfelder und lässt sich so führen, dass die Ränder sauber bleiben. Für große Flächen eignet sich ein breiterer Pinsel besser, weil er mehr Farbe aufnimmt und sie in einem Zug gleichmäßig verteilt. Wer eine Himmelsfläche mit dem feinen Pinsel füllt, setzt viele einzelne Striche, die sich überlagern, und erhält leicht Streifen, durch die die Vorlage schimmert.

Auch der Zustand der Borsten zählt. Ausgefranste oder zu weiche Borsten spreizen sich beim Aufdrücken, tragen die Farbe ungleichmäßig auf und hinterlassen dünne Stellen neben dicken. Prüfen Sie vor dem Start, ob die Spitze beim Anfeuchten wieder zusammenläuft. Tut sie das nicht, lohnt sich der Wechsel zu einem anderen Pinsel.

Die drei Pinsel im Set ergänzen sich, und jeder hat seinen eigenen Einsatzbereich: der feinste für Details und enge Felder, der mittlere für Flächen mittlerer Größe, der breite für Hintergründe. Wer sie der jeweiligen Aufgabe entsprechend einsetzt, kommt oft mit weniger Schichten aus. Waschen Sie die Pinsel nach der Arbeit gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis kein Farbton mehr abläuft, und formen Sie die Spitze neu. Angetrocknete Acrylreste härten in den Borsten aus und machen den Pinsel steif. Passende Aufbewahrung und weiteres Zubehör finden Sie unter Rahmen und Zubehör für Malen nach Zahlen.

Drei Pinsel stehen in einem Glas Wasser auf einer Fensterbank am Abend, im Hintergrund eine unscharfe Leinwand
Pinsel sauber auswaschen: Eingetrocknete Farbe verschlechtert den nächsten Auftrag.

Wann sich eine Fläche nicht mehr retten lässt

Eine Fläche ist dann nicht mehr zu retten, wenn die Leinwand selbst Schaden genommen hat oder die Korrektur mehr Aufwand bedeutet als ein neuer Anlauf.

  • Wenn mehrere nasse Schichten die Leinwand aufgeweicht haben, wellt sich das Gewebe, und die Farbe lässt sich nicht mehr gleichmäßig auftragen.
  • Verklumpte Farbe, die sich mit dem Fingernagel in Krümeln abheben lässt oder raue Krusten bildet, trägt weitere Lagen nur noch ungleichmäßig; hier hilft es, den Bereich nach vollständigem Trocknen vorsichtig glattzuschleifen oder ihn als Untergrund für ein kleines Detail stehen zu lassen.
  • Helle Farbe über einem dunklen Feld lässt sich überdecken, braucht dafür aber meist drei bis vier dünne Lagen mit vollständigem Trocknen dazwischen, und die Ränder der Felder bleiben dabei oft als sichtbarer Wulst zurück.
  • Bei kleinen Feldern mit vielen Zahlen lohnt sich die Nacharbeit meist weniger, weil jede Korrektur an den feinen Linien Spuren hinterlässt.
  • Für den nächsten Anlauf eignen sich Motive mit großen, klar abgegrenzten Feldern und wenigen Farben, etwa ein Meer- oder Bergmotiv mit weiten Himmels- und Wasserflächen, weil kleine Fehler dort kaum auffallen.
  • Auch ein Blumenmotiv mit ruhigem, einfarbigem Hintergrund verzeiht Anfängerfehler eher als ein dicht gefülltes Bild mit vielen kleinen Feldern.

Unsere Auswahl

Tragen Sie die Farbe in zwei gleichmäßigen, nicht verdünnten Schichten auf und lassen Sie die erste vollständig trocknen, bevor Sie die zweite setzen. So verschwinden durchscheinende Zahlen meist ohne Neukauf. Bei hellen Tönen über dunklen Flächen kann eine dritte Schicht nötig sein, mit einem passenden, nicht zu groben Pinsel. Wer danach ein neues Motiv beginnen möchte, findet bei Malen nach Zahlen für Erwachsene Vorlagen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

Ein vollständiges Set mit Leinwand, Farben und Pinseln

Alle Motive sind vorgezeichnet und nummeriert, passend zu den Farben im Set. Der Versand erfolgt innerhalb von 48 Stunden, und der Versand nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz ist kostenlos.

Ansehen Malen nach Zahlen Erwachsene

Häufige Fragen

Wie viele Schichten braucht Acrylfarbe auf der Leinwand?

Meist genügen zwei bis drei dünne Schichten, die jeweils vollständig getrocknet sind. Eine einzelne dicke Schicht deckt schlechter, sammelt sich dabei in den Vertiefungen des Gewebes und trocknet ungleichmäßig. Dunkle Untergründe und helle Farben wie Weiß oder Gelb verlangen manchmal eine vierte Schicht.

Warum sind die Zahlen nach dem Trocknen wieder sichtbar?

Die Schicht war zu dünn oder zu wässrig, oder eine helle Farbe liegt über einer dunklen Zahl. Beim Trocknen wird Acrylfarbe oft matter und durchscheinender, sodass die Vorlage stärker hervortritt. Tragen Sie nach vollständiger Trocknung eine weitere dünne Schicht auf, am besten in Strichrichtung der ersten.

Darf ich die Farbe mit Wasser verdünnen?

Nur minimal, denn Wasser verringert die Deckkraft. Die Farbe sollte cremig aus dem Töpfchen kommen und sich ohne Zusatz streichen lassen. Ist sie angetrocknet, genügt ein einziger Tropfen Wasser auf der Pinselspitze. Rühren Sie die Farbe anschließend kurz mit dem Pinselstiel durch, bevor Sie weitermalen.

Wie lange sollte ich zwischen zwei Schichten warten?

Warten Sie, bis die Fläche vollständig trocken ist. Prüfen Sie das mit dem Handrücken oder einer Fingerspitze am Rand: Fühlt sich die Farbe weder kühl noch klebrig an, kann die nächste Schicht folgen. Dicke Stellen und kühle, feuchte Räume brauchen länger. Ein Platz am Fenster ohne direkte Sonne hilft.

Was tun, wenn eine Fläche falsch gemalt wurde?

Lassen Sie den Bereich vollständig trocknen und überdecken Sie ihn mit einer weiteren dünnen Schicht in der richtigen Farbe. Bei kleinen Fehlern genügen meist zwei Durchgänge. Ist die Abweichung stark, etwa ein dunkler Ton auf hellem Grund, legen Sie die Fläche besser mit einer neutralen Grundschicht neu an.

 
Veröffentlicht in: Techniken