Malen nach Zahlen: Zahlen scheinen durch? So lösen Sie es

 

Wenn bei Malen nach Zahlen die Zahlen durchscheinen, liegt es fast immer an zu dünn aufgetragener Farbe, und das lässt sich in der Regel mit einer zweiten Schicht beheben. Warten Sie, bis die erste Schicht vollständig trocken ist (meist 30 bis 60 Minuten), und tragen Sie die Farbe dann deckender auf.

Der Beitrag richtet sich an Erwachsene, die Malen nach Zahlen als ruhiges Hobby betreiben oder ein Set verschenken möchten und nun graue Schatten auf ihrer Leinwand entdecken. Sie erfahren, an welchen Merkmalen Sie die Ursache erkennen, welche Farben mehr Schichten brauchen und wie Sie einzelne Stellen gezielt nachmalen. Außerdem geht es um Pinselwahl, Druck und Trocknung sowie um Motive, bei denen das Problem seltener auftritt.

Kurz gesagt

  • Durchscheinende Zahlen entstehen meist durch zu dünn aufgetragene Acrylfarbe, nicht durch einen Materialfehler.
  • Helle Farben wie Weiß, Gelb und Hellblau brauchen fast immer mehr Schichten als dunkle Töne.
  • Jede Schicht sollte vollständig trocknen, bevor die nächste aufgetragen wird; dünn und gleichmäßig schlägt dick und fleckig.
  • Auch fertige Stellen lassen sich mit einer zweiten, gezielten Schicht korrigieren, ohne das ganze Bild neu zu beginnen.

Warum die Zahlen durchscheinen

Die Zahlen scheinen durch, weil Nummern und Umrisse bereits vor dem Malen auf die Leinwand gedruckt sind und die Acrylfarbe sie nur dann verbirgt, wenn die Schicht dicht genug ist. Eine einzelne dünne Lage lässt einen Teil des Lichts bis zum Druck dringen und von dort zurückfallen, und genau diesen Rest sehen Sie als grauen oder dunkleren Schatten.

Wie stark das auffällt, hängt vom Farbton ab. Die Druckfarbe der Linien ist dunkel, deshalb zeichnet sie sich unter hellen Tönen wie Weiß, Beige, Hellblau oder Gelb deutlich ab, während Dunkelblau, Braun oder Schwarz sie meist ohne Mühe überdecken. Ein Feld, das nach dem ersten Anstrich noch gleichmäßig wirkte, kann nach dem Trocknen plötzlich Ziffern zeigen, weil nasse Acrylfarbe etwas dunkler erscheint und beim Trocknen aufhellt und transparenter wird.

Häufig vermuten Malende eine andere Ursache. Glanz oder Lack verursachen den Effekt nicht. Ein Firnis verändert lediglich, wie die Oberfläche das Licht zurückwirft, und kann einen Schatten allenfalls betonen, aber nicht erzeugen. Auch eine falsche Farbe im Töpfchen ist selten der Grund, denn die Nummer unter dem Feld wird von jeder zu dünnen Schicht sichtbar. Die Ursache liegt also in der Farbschicht selbst, und damit lässt sie sich durch einen weiteren, sorgfältig aufgetragenen Anstrich beheben.

Küchentisch an einem Regennachmittag mit halb bemalter Leinwand, offenen Farbtöpfen und einem Glas Wasser
Ein ruhiger Platz am Fenster eignet sich gut, um Schicht für Schicht zu arbeiten.

Zu dünne Farbe: die häufigste Ursache

Zu dünn aufgetragene Farbe erkennen Sie daran, dass der Pinsel nur einen blassen, durchsichtigen Film hinterlässt und die Ziffern oder Linien besonders an den Rändern der Felder als dunkle Schatten stehen bleiben. Meist fühlt sich der Pinsel dabei trocken an und zieht die Farbe kaum über die Leinwand. Wenn Sie gegen das Licht schauen, wirkt die Fläche gesprenkelt, weil das Leinengewebe an manchen Stellen fast unbedeckt ist.

Mehr Druck löst das Problem nicht. Er presst die Farbe aus den Borsten, schiebt sie zu den Rändern und lässt in der Mitte des Feldes eine dünne Stelle zurück. Zusätzlich entstehen Streifen in Strichrichtung, in denen die Farbe unterschiedlich dick liegt, und genau dort zeichnet sich die darunterliegende Zahl ab.

Laden Sie den Pinsel stattdessen leicht, aber sichtbar mit Farbe und setzen Sie ihn in der Mitte des Feldes auf. Verteilen Sie die Farbe mit ruhigen, kurzen Bewegungen bis zu den Konturen hin. Acrylfarbe trocknet schnell und zieht beim Antrocknen Fäden. Bearbeiten Sie eine Fläche daher nicht so lange hin und her, bis sich die Farbe zäh anfühlt, sondern lassen Sie sie nach dem Verteilen ruhen. Wenn die erste Schicht noch dünn wirkt, ist das kein Fehler. Sie trocknet vollständig durch, und erst danach folgt eine zweite Schicht.

Helle Farben brauchen mehr Schichten

Helle Farbtöne decken schlechter als dunkle, weil ihre Pigmente das Licht stärker durchlassen und die dunkle Zahl oder Linie darunter sichtbar bleibt. Gelb, Hellrosa, Hellblau und vor allem Weiß brauchen deshalb häufig zwei oder mehr Schichten. Eine feste Zahl lässt sich nicht nennen, denn Auftragsmenge und Farbe des Sets unterscheiden sich. Maßgeblich ist die sichtbare Deckung: Trocknen Sie jede Schicht vollständig und prüfen Sie die Fläche im Seitenlicht, bevor Sie weitermalen.

Farbgruppe Deckung Vorgehen
Dunkle, satte Töne (Dunkelblau, Braun, Dunkelgrün, Schwarz) Meist gut mit einer Schicht Gleichmäßig auftragen, nach dem Trocknen auf helle Randstellen prüfen
Mittlere Töne (Rot, Orange, Mittelgrün) Oft eine bis zwei Schichten Bei Zahlen in dunklen Nachbarfeldern eine zweite Schicht ergänzen
Helle Töne (Gelb, Hellrosa, Hellblau) Häufig zwei oder mehr Schichten Dünn und in mehreren Durchgängen arbeiten, jeweils vollständig trocknen lassen
Weiß Meist die meisten Schichten Geduldig aufbauen, bis keine Zahl mehr erkennbar ist

Am deutlichsten zeigt sich das bei Schneeflächen und hellen Himmelsbereichen, die oft großflächig an dunkle Linien grenzen. Wer ein solches Motiv wählt, etwa aus den Landschaftsmotiven mit Meer und Bergen, plant für diese Stellen mehr Zeit ein. Bei bunten Blumenmotiven fällt das Durchscheinen dagegen meist seltener auf, weil weniger große helle Felder vorkommen.

Schritt für Schritt: Stelle nachmalen

Eine durchscheinende Fläche lässt sich in fünf Schritten ohne Neustart korrigieren. Dafür genügen die Originalfarbe mit der passenden Nummer, ein trockener Pinsel und etwas Geduld.

1. Fläche prüfen und reinigen

Die Stelle muss durchgetrocknet sein. Fahren Sie mit der Fingerspitze leicht darüber: Fühlt sich die Farbe kühl oder klebrig an, warten Sie noch. Entfernen Sie danach Staub und Fusseln mit einem trockenen, weichen Pinsel, damit sie nicht in der neuen Schicht eingeschlossen werden.

2. Farbe nur in der Fläche auftragen

Nehmen Sie exakt den Farbton, der zur Nummer des Feldes gehört. Setzen Sie die Farbe nur innerhalb der Fläche auf und lassen Sie den Rand zunächst frei. Wer über die Linie hinausmalt, deckt Nachbarfelder an und erzeugt dort neue Stellen mit Durchscheinen.

3. Dünn und gleichmäßig arbeiten

Tragen Sie eine dünne Schicht auf, die eher cremig als pastos ist. Streichen Sie in derselben Richtung wie bei der ersten Schicht, denn so bleiben die Pinselspuren einheitlich. Dicke Farbe trocknet mit Kanten und Streifen, die später mehr auffallen als die Zahl darunter.

4. Trocknen lassen und Deckung prüfen

Warten Sie, bis die Schicht vollständig trocken ist. Acrylfarbe wirkt nass dunkler, die endgültige Deckung zeigt sich erst danach. Halten Sie die Leinwand zur Kontrolle schräg gegen das Licht. Ist die Zahl noch als Schatten erkennbar, setzen Sie eine dritte, sehr dünne Schicht auf.

5. Ränder mit dem feinsten Pinsel nachziehen

Zum Schluss ziehen Sie die Kanten mit dem feinsten der drei Pinsel nach. Arbeiten Sie dabei mit wenig Farbe von der Mitte zur Linie hin, sodass die Fläche ohne sichtbaren Übergang in die bestehende Farbe läuft.

Gartentisch im Sommerabend mit flach liegender Leinwand und einem feinen Pinsel mit weißer Farbe
Gleichmäßig dünne Schichten gelingen am besten, wenn der Pinsel nur leicht beladen ist.

Pinsel, Druck und Trocknung richtig einsetzen

Ob die Zahlen am Ende durchscheinen, entscheidet sich auch an drei Handgriffen: an der Wahl des Pinsels, am Auftragen der Farbe und am Trocknen.

  • Der feinere der drei mitgelieferten Pinsel gehört in die kleinen Felder, weil er die Farbe bis an die Linien führt, ohne über die Nachbarfelder zu streichen.
  • Für große Flächen eignet sich der breitere Pinsel, denn er verteilt die Farbe in wenigen gleichmäßigen Zügen, und es bleiben keine dünnen Stellen, durch die eine Ziffer schimmern kann.
  • Tragen Sie die Farbe mit leichtem, gleichmäßigem Druck auf und streichen Sie in einer Richtung; zu starkes Aufdrücken schiebt die Farbe von der Stelle weg und lässt über der Zahl nur einen hauchdünnen Film zurück.
  • Waschen Sie den Pinsel vor jedem Farbwechsel in klarem Wasser aus und tupfen Sie ihn auf einem Tuch oder Küchenpapier trocken, damit weder Restfarbe noch Wassertropfen eine unbeabsichtigte Mischfarbe erzeugen.
  • Bewegen Sie die Leinwand nicht und legen Sie sie nicht auf andere Gegenstände, solange die Farbe noch feucht ist, da sich sonst Abdrücke bilden und frische Schichten verschmieren.
  • Lassen Sie jede Schicht bei Zimmertemperatur trocknen, bis sie sich nicht mehr kühl anfühlt und nicht mehr klebt; bei dünnen Schichten dauert das meist nur kurze Zeit, bei dickeren entsprechend länger.
  • Verwenden Sie keine Hitzequellen wie Heizkörper, Heizlüfter oder Haartrockner, um das Trocknen zu beschleunigen, denn die Oberfläche trocknet dann zu schnell und es entstehen Risse und glänzende Stellen.

Motive, bei denen das Problem seltener auftritt

Bei Motiven mit großen weißen oder hellen Flächen scheinen die Zahlen am häufigsten durch, bei kleinteiligen, dunklen Motiven so gut wie nie. Schneelandschaften, Wolkenhimmel und Wasserfälle bestehen oft aus weiten Feldern in Weiß, Hellgrau oder Pastellblau. Auf ihnen zeichnet sich jede Linie und jede Ziffer der Vorzeichnung ab, sobald die Schicht zu dünn ist. Wer so ein Motiv wählt, sollte pro Fläche mit zwei bis drei dünnen Schichten rechnen und zwischen den Durchgängen die vollständige Trocknung abwarten.

Motive mit satten, dunklen oder kleinteiligen Farbflächen verzeihen mehr. Tiefes Blau, Dunkelgrün oder Rot decken die Vorzeichnung meist schon nach der ersten sorgfältigen Schicht. Außerdem sind kleine Felder schnell gefüllt, sodass Sie die Farbe kaum zu dünn verstreichen. Bei der ersten Leinwand eignet sich daher ein Motiv mit gemischten Farben, etwa eine Blumenwiese oder ein Stadtbild bei Abend, in dem nur einzelne helle Partien vorkommen. Diese Stellen können Sie bewusst einplanen und gleich mit mehr Farbe bearbeiten.

Achten Sie beim Kauf auf den angegebenen Schwierigkeitsgrad und auf die Feldgröße. Sehr kleine Felder verlangen feine Pinselführung, große Felder verlangen Ausdauer beim gleichmäßigen Auftragen. Für den Einstieg finden Sie Anregungen unter Malen nach Zahlen für Kinder und Anfänger, einen Überblick über passende Sets für Ihr Hobby bietet Malen nach Zahlen für Erwachsene.

Fertig gerahmtes Bild mit gleichmäßig deckender Schneelandschaft in einem dämmrigen Flur
Mit genügend Schichten wirkt die helle Fläche am Ende ruhig und gleichmäßig.

Unsere Auswahl

Scheinen Zahlen durch, hilft fast immer eine zweite Schicht, die Sie erst auftragen, wenn die erste vollständig getrocknet ist. Helle Töne wie Weiß, Gelb und Hellblau brauchen oft drei Schichten, dünn und gleichmäßig gemalt. Auch fertige Flächen lassen sich gezielt nachbessern. Passende Sets mit deckenden Farben finden Sie unter Malen nach Zahlen für Erwachsene.

Ein Motiv mit Schnee zum Üben

Das Set mit der Schneelandschaft zeigt die Deckung heller Flächen direkt am Motiv. Der Versand erfolgt innerhalb von 48 Stunden, der Versand nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz ist kostenlos.

Ansehen Malen nach Zahlen Erwachsene

Häufige Fragen

Warum scheinen die Zahlen nur bei manchen Farben durch?

Helle Farben wie Weiß, Gelb oder Hellrosa enthalten weniger deckende Pigmente und liegen auf einem dunkleren Vordruck. Dunkle Töne verdecken die Linien schon mit einer Schicht. Bei hellen Flächen sind meist zwei bis drei dünne Schichten nötig, bis die Ziffern nicht mehr zu sehen sind.

Kann ich Acrylfarbe einfach ein zweites Mal auftragen?

Ja, sofern die erste Schicht vollständig getrocknet ist. Tragen Sie die zweite Schicht dünn auf und streichen Sie sie gleichmäßig aus. Zu dick aufgetragene Farbe trocknet fleckig, bildet Pinselspuren oder reißt. Mehrere dünne Schichten decken zuverlässiger als eine einzige dicke.

Muss ich das ganze Bild neu malen, wenn nur einzelne Stellen durchscheinen?

Nein, es genügt, die betroffenen Felder gezielt nachzubessern. Warten Sie, bis alles trocken ist, und tragen Sie dann auf den durchscheinenden Stellen eine dünne Schicht auf. Die Ränder ziehen Sie anschließend mit einem feinen Pinsel nach, damit die Übergänge sauber bleiben.

Wie lange muss ich zwischen den Schichten warten?

Warten Sie, bis die Schicht vollständig trocken ist. Die Dauer hängt von Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Schichtdicke ab. Prüfen Sie es an einem unauffälligen Rand: Fühlt sich die Farbe dort weder kühl noch klebrig an und gibt sie unter dem Finger nicht nach, können Sie weitermalen.

Welche Motive eignen sich, um Deckung zu üben?

Gut geeignet sind Motive mit ruhigen, größeren Farbflächen und nur wenigen sehr hellen Bereichen. So erkennen Sie rasch, wie viele Schichten welcher Farbton braucht. In den Kategorien Tiere und Landschaft finden Sie passende Vorlagen, etwa mit Fell, Himmel oder Wiesen in gleichmäßigen Tönen.

 
Veröffentlicht in: Techniken