Malen nach Zahlen Leinwand glätten: Schritt für Schritt

 

Eine geknickte Leinwand für Malen nach Zahlen lässt sich in den meisten Fällen glätten, ohne dass die Vorzeichnung leidet: Legen Sie sie mit der bedruckten Seite nach oben auf eine ebene, saubere Fläche und beschweren Sie die Ecken mit Büchern. Leichte Falten verschwinden oft, wenn die Leinwand eine Zeit lang unter Gewicht liegt, direkte Nässe und heißes Bügeleisen auf der Zahlenseite sollten Sie vermeiden.

Der Text richtet sich an alle, die ihr Set gerade ausgepackt haben und unsicher sind, was die Leinwand verträgt. Sie erfahren, warum sich Gewebe beim Versand verzieht, wann Gewicht ausreicht und wann ein Neuaufspannen auf den Keilrahmen sinnvoll ist. Außerdem erhalten Sie eine kurze Prüfliste für den Moment vor dem ersten Pinselstrich sowie die häufigsten Fehler, die Nummern und Linien unleserlich machen.

Kurz gesagt

  • Falten lassen sich bei den meisten Leinwänden durch sanfte Feuchtigkeit aus Abstand, flaches Liegen und Gewicht glätten.
  • Hitze ist die größte Gefahr für die Vorzeichnung. Arbeiten Sie deshalb nie mit heißem Bügeleisen direkt auf dem Druck.
  • Bleiben hartnäckige Falten, hilft das Neuaufspannen auf einen Keilrahmen, das die Spannung gleichmäßig verteilt.
  • Prüfen Sie die Fläche vor dem Malen im Streiflicht, damit Sie keine Knicke mit Farbe fixieren.

Falten glätten: Die schonende Grundmethode

Ohne Bügeleisen lässt sich eine geknickte Leinwand meist glätten: mit der flachen Hand, kurzem Dampf aus etwas Abstand und einem Stapel Bücher als Gewicht. Diese Methode schont die Vorzeichnung und die Nummerierung, weil weder Hitze noch Druck direkt auf die Linien wirken.

Legen Sie die Leinwand aus

Wählen Sie eine ebene, saubere und trockene Fläche, etwa einen leeren Tisch. Legen Sie die Leinwand mit der bemalbaren Seite nach oben darauf und entfernen Sie Krümel oder Fusseln.

Streichen Sie die Falten aus

Streichen Sie jede Falte mit der flachen Hand von der Mitte nach außen. Drücken oder reiben Sie nicht, denn Reibung kann die gedruckten Linien und Zahlen anrauen.

Dämpfen Sie kurz

Halten Sie einen Handdampfer mit ausreichend Abstand (etwa einige Zentimeter) über das Gewebe und arbeiten Sie nur kurz an den Faltenstellen. Das Gewebe soll sich leicht feucht anfühlen, auf keinen Fall nass.

Nehmen Sie Feuchtigkeit ab

Tupfen Sie überschüssige Feuchtigkeit mit einem sauberen Baumwolltuch auf. Wischen Sie dabei nicht, sondern drücken Sie das Tuch nur sanft an.

Beschweren Sie die Leinwand

Legen Sie ein sauberes Tuch darüber und stapeln Sie mehrere Bücher gleichmäßig verteilt darauf. Lassen Sie die Leinwand so liegen, bis sie vollständig trocken ist. Bei dickeren Falten kann das über Nacht dauern.

Wer zum ersten Mal ein Set auspackt, findet weitere Grundlagen in unserem Beitrag Malen nach Zahlen für Kinder und Anfänger.

Handdampfer wird aus etwas Abstand über die Ecke einer Leinwand gehalten, feiner Dampf steigt auf
Dampf aus Abstand wirkt bei leichten Falten, ohne den Stoff zu durchnässen.

Warum sich die Leinwand verzieht

Knicke in der Leinwand entstehen meist auf dem Transportweg. Ein Set muss platzsparend verpackt werden, und eine gerollte oder gefaltete Leinwand liegt dann über Tage in einer engen Form. Die Fasern merken sich diese Lage, besonders entlang der Faltkanten und an den Stellen, an denen der Karton gedrückt hat.

Das Material spielt dabei eine Rolle. Leinen besteht aus steifen, wenig elastischen Fasern und knittert deshalb stärker als Baumwolle. Zugleich geben Leinenfasern ihre Falten oft wieder her, sobald das Gewebe einige Zeit flach liegt und sich entspannt. Eine sichtbare Falte beim Auspacken ist also kein endgültiger Zustand.

Auch die Lagerung beeinflusst das Ergebnis. In feuchten Räumen nehmen die Fasern Wasser auf und quellen leicht, bei Wärme trocknen sie ungleichmäßig. Beides verstärkt Spannungen im Gewebe und lässt Wellen entstehen, die zuvor kaum auffielen.

Ein Knick bedeutet in der Regel keinen Schaden an der Leinwand. Das Gewebe ist unversehrt, es liegt lediglich ungleichmäßig gespannt. Genau deshalb genügt meist eine schonende Behandlung, die die Spannung ausgleicht, ohne die aufgedruckte Vorzeichnung und die Nummern zu belasten.

Bügeln, Dampf oder Gewicht: Was die Vorzeichnung verträgt

Bei vorgezeichneter Leinwand ist Gewicht die sicherste Methode, Dampf aus Abstand die zweite Wahl, und das Bügeleisen kommt nur mit Vorsicht infrage. Die aufgedruckten Linien und Ziffern sitzen auf dem Leinengewebe und reagieren auf Hitze und Nässe. Beginnen Sie deshalb mit dem mildesten Verfahren und wechseln Sie nur dann zu einem intensiveren, wenn die Falten nach einem Tag noch sichtbar sind.

Methode Eignung Risiko für Vorzeichnung und Farbe Vorgehen
Gewicht Leichte bis mittlere Falten; wirkt über einen längeren Zeitraum Praktisch keines Leinwand mit der Bildseite nach oben auf eine glatte, saubere Fläche legen, mit Büchern beschweren, das Gewicht gleichmäßig verteilen und zwischen Leinwand und Büchern ein sauberes Tuch legen
Dampf aus Abstand Leichte Falten, die dem Gewicht widerstehen Gering bei trockenem Dampf, erhöht bei zu viel Feuchtigkeit Dampfgerät in etwa 20 cm Abstand führen, nie auf einer Stelle verweilen, danach vollständig trocknen lassen
Bügeleisen Hartnäckige Knicke Mittel bis hoch, wenn Hitze oder Druck die Linien erreichen Nur ohne Dampf, niedrigste Stufe, Baumwolltuch dazwischen, von der Rückseite arbeiten, nie direkt auf der Vorzeichnung
Föhn oder Heizung Nicht empfehlenswert Hoch, da ungleichmäßige Wärme Spannungen im Gewebe erzeugt Darauf verzichten

Wer unsicher ist, legt die Leinwand zuerst unter Gewicht und prüft nach einem Tag. Erst danach lohnt sich Dampf, und das Bügeleisen bleibt die letzte Möglichkeit für einzelne Knicke.

Leinwand auf einem Keilrahmen steht an einer weißen Wand, daneben liegen Reißnägel und ein Holzhammer
Auf dem Keilrahmen verteilt sich die Spannung gleichmäßig, bis keine Falte mehr sichtbar ist.

Wenn Falten bleiben: Leinwand neu aufspannen

Wenn sich Falten auch nach mehreren Tagen unter Beschwerung nicht lösen, hilft ein Keilrahmen, der die Leinwand dauerhaft unter Spannung hält. Passende Rahmen finden Sie unter Rahmen und Zubehör für Malen nach Zahlen.

Legen Sie die Leinwand auf den Rahmen

Wählen Sie einen Keilrahmen, der zur Größe des Motivs passt. Legen Sie die Leinwand mit der Vorderseite nach unten auf eine saubere, glatte Fläche und setzen Sie den Rahmen mittig darauf. Der Stoffrand sollte ringsum gleich breit überstehen.

Befestigen Sie zuerst gegenüberliegende Seiten

Heften Sie die Leinwand mit einem Tacker oder Reißzwecken in der Mitte der langen Seite an. Ziehen Sie dann auf der gegenüberliegenden Seite leicht nach und befestigen Sie dort ebenfalls in der Mitte. Wiederholen Sie das an den kurzen Seiten. So verteilt sich die Spannung gleichmäßig.

Ziehen Sie den Stoff behutsam nach außen

Arbeiten Sie von der Mitte zu den Rändern und setzen Sie alle drei bis vier Zentimeter eine Klammer. Ziehen Sie nur so fest, dass der Stoff glatt liegt. Wird die Leinwand überdehnt, verzerren sich die vorgezeichneten Linien, und die Ziffern verschieben sich sichtbar.

Versorgen Sie die Ecken

Falten Sie die Ecken sauber ein, wie beim Verpacken eines Geschenks, und befestigen Sie sie zuletzt. Drehen Sie den Rahmen um und prüfen Sie die Rückseite: Dort dürfen keine Knicke oder dicken Stoffwülste stehen, da sie auf der Vorderseite Wellen drücken.

Auf dem Rahmen liegt die Leinwand danach stabil, und der Pinsel gleitet ohne Widerstand über die Flächen. Das erleichtert vor allem feine Details und kleine Zahlenfelder.

Prüfen, bevor die erste Farbe kommt

Ob die Leinwand bereit zum Malen ist, erkennen Sie mit wenigen Kontrollen vor dem ersten Pinselstrich, wenn Sie sie in vier Punkten kontrollieren.

  • Halten Sie die Leinwand schräg gegen eine Lichtquelle, etwa ein Fenster oder eine Schreibtischlampe; im Streiflicht werfen restliche Falten und Wellen feine Schatten, die Sie beim direkten Hinsehen nicht bemerken.
  • Fahren Sie mit dem Blick die Vorzeichnung ab und achten Sie darauf, dass die Linien nirgends verwischt, auseinandergezogen oder abgeblättert sind, denn an solchen Stellen lassen sich Felder später kaum noch sauber voneinander trennen.
  • Prüfen Sie die nummerierten Felder entlang früherer Knicke, weil dort die Oberfläche minimal vertieft sein kann und Farbe dann ungleichmäßig läuft oder sich in der Mulde sammelt.
  • Tragen Sie in einer Ecke oder in einem kleinen Feld am Rand wenig Acrylfarbe auf und beobachten Sie, ob sie gleichmäßig deckt, ob die Linien durchscheinen und ob die Leinwand dabei Wellen wirft.
  • Lassen Sie die Probe vollständig trocknen und prüfen Sie dann im Streiflicht noch einmal, ob die Stelle eben geblieben ist.
  • Entscheiden Sie sich bei Unsicherheit für das erneute Spannen, denn eine Leinwand lässt sich vor dem Malen meist noch einfach nachspannen, bemalte Flächen dagegen nur mit zusätzlichen Farbschichten, die die Struktur verändern.
Leinwand liegt abends unter einer Schreibtischlampe, das schräge Licht zeigt letzte Falten als Schatten
Im Streiflicht sehen Sie Falten, die am Tageslicht leicht übersehen werden.

Typische Fehler beim Glätten und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Schäden entstehen nicht durch die Falten selbst, sondern durch Eile beim Glätten, und fünf Fehler sind dabei besonders häufig.

  • Zu viel Wasser lässt den Stoff quellen, die Spannung wird ungleichmäßig, und die gedruckte Vorzeichnung kann an den Linien verlaufen; ein leicht feuchtes Tuch oder ein feiner Sprühnebel aus 30 Zentimetern Abstand genügt.
  • Heißes Bügeln direkt auf dem Druck kann Linien verwischen, Ziffern verändern und die Oberfläche glänzend machen. Daher gehört immer ein dünnes Baumwolltuch zwischen Eisen und Leinwand. Die Stufe bleibt niedrig, und auf Dampf wird verzichtet.
  • Wer die Leinwand an den Rändern zieht oder wie ein Tuch auswringt, dehnt die Fäden ungleich und erzeugt neue Knicke; besser streichen Sie den Stoff mit der flachen Hand von der Mitte nach außen aus.
  • Zu frühes Malen auf einer noch feuchten Leinwand lässt die Acrylfarbe schlecht haften und kann die Nummern durchscheinen oder verlaufen lassen, weshalb die Fläche vor dem ersten Pinselstrich vollständig trocken und kühl sein sollte, im Zweifel über Nacht.
  • Wer die Leinwand mit Gewalt überdehnt, riskiert, dass der Stoff am Rahmen einreißt oder sich die Heftung löst; spannen Sie lieber in kleinen Schritten über Kreuz nach, statt eine einzelne Ecke stark anzuziehen.

Unsere Auswahl

Das wichtigste Vorgehen: Leinwand flach auslegen, mit sanfter Feuchtigkeit aus Abstand behandeln und unter Gewicht trocknen lassen, niemals mit heißem Bügeleisen auf dem Druck. Prüfen Sie die Fläche vor dem ersten Pinselstrich im Streiflicht. Bleiben Falten, sorgt ein Keilrahmen für eine gleichmäßige Spannung; passende Modelle finden Sie unter Rahmen und Zubehör für Malen nach Zahlen.

Eine glatte Leinwand, ein sauberer Start

Haben Sie Ihre Leinwand geglättet, beginnen Sie mit einem Motiv, das Ihnen gefällt. Im Shop finden Sie vollständige Sets mit vorgezeichneter Leinwand aus Leinen, nummerierten Acrylfarben und drei Pinseln. Versand innerhalb von 48 Stunden, kostenloser Versand nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.

Ansehen Malen nach Zahlen Rahmen und Zubehör

Häufige Fragen

Kann ich eine Malen-nach-Zahlen-Leinwand bügeln?

Bügeln ist nur ohne Dampf, auf niedrigster Stufe und mit einem dünnen Baumwolltuch dazwischen vertretbar. Das Eisen gehört nie direkt auf die bedruckte Fläche, sonst können Druck und Grundierung Schaden nehmen. Sicherer ist es, die Leinwand zu beschweren und die Falten mit etwas Feuchtigkeit aus Abstand zu lösen.

Wie lange sollte die Leinwand beschwert liegen?

Sie liegt so lange beschwert, bis sie vollständig trocken und glatt ist. Die Dauer hängt von der Feuchtigkeit und der Stoffdicke ab. Am zuverlässigsten ist es, die Leinwand über Nacht auf einer ebenen Fläche liegenzulassen und am nächsten Morgen zu prüfen, ob noch Wellen oder Kanten zu sehen sind.

Verschwinden Knicke durch Feuchtigkeit dauerhaft?

Meist verschwinden sie nur teilweise. Leichte Falten aus der Verpackung lösen sich mit Feuchtigkeit und Gewicht gut, tiefe Knicke bleiben dagegen oft als schwache Linie sichtbar. In diesem Fall bringt das Neuaufspannen auf einen Keilrahmen in der Regel das beste Ergebnis, weil der Stoff gleichmäßig unter Zug steht.

Muss ich die Leinwand vor dem Malen auf einen Keilrahmen spannen?

Zwingend ist das Aufspannen nicht, doch ein gespannter Untergrund liegt glatter und lässt sich angenehmer bemalen. Es lohnt sich besonders bei hartnäckigen Knicken, bei großen Formaten oder wenn das Bild später aufgehängt werden soll. Dafür benötigen Sie Keilrahmen, Tacker und etwas Geduld beim gleichmäßigen Ziehen.

Bleiben Knickspuren nach dem Malen sichtbar?

Ja, häufig zeichnen sie sich als feine Linien im Farbauftrag ab, weil sich dort die Farbe anders sammelt. Prüfen Sie die Leinwand daher vor dem ersten Pinselstrich bei seitlichem Licht und glätten Sie Falten, bevor Acrylfarbe aufgetragen wird. Auf bereits bemalten Flächen lässt sich kaum noch etwas korrigieren.

 
Veröffentlicht in: Material